Bei jungen Technologieunternehmen gibt es einen Moment, der oft schwieriger ist als die eigentliche Entwicklung: Ein Produkt funktioniert – und muss plötzlich nicht mehr nur Ingenieure überzeugen, sondern Kunden, Produktionspartner und letztlich auch die eigene Gewinn-und-Verlust-Rechnung.

Genau an diesem Punkt steht Circus im Jahr 2026. Aus der börsennotierten Circus SE  ist nach jahrelanger Entwicklungsarbeit inzwischen ein kommerzielles Geschäft geworden.

Vier Jahre lang lag der Schwerpunkt auf Entwicklung, künstlicher Intelligenz und autonomer Robotik. 2025 begann daraus ein kommerzielles Geschäft zu werden. Innerhalb weniger Monate verlagerte sich der Schwerpunkt von Entwicklung und Prototypenbau auf Serienfertigung, Kundenintegration und den Aufbau einer internationalen Betriebsstruktur.

Die Serienproduktion des CA-1 lief an, erste Systeme gingen zu Kunden wie Meta und REWE, CircusOS entwickelte sich zur zentralen Softwareebene und mit Circus Defence entstand ein zusätzliches Geschäftsfeld für militärische Anwendungen.

Der Geschäftsbericht 2025 beschreibt deshalb vor allem einen Übergang. Circus ist nicht mehr nur ein Entwickler autonomer Robotik, aber auch noch kein fertig skalierter Industriekonzern. Das Unternehmen befindet sich genau in der Phase dazwischen – und gerade deshalb sind die kommenden Jahre wirtschaftlich besonders interessant.

Denn künftig entscheidet nicht mehr allein, ob die Technologie funktioniert. Entscheidend wird, wie zuverlässig sich Systeme produzieren, installieren und betreiben lassen und welche wiederkehrenden Erlöse daraus über Software, künstliche Intelligenz und Services entstehen können.

Das Wichtigste in Kürze

  • Circus hat 2025 den Schritt von der Entwicklungsphase zur kommerziellen Serienproduktion vollzogen. Der Umsatz stieg von 251.000 Euro auf 1,56 Millionen Euro. Der überwiegende Teil davon entstand erst im vierten Quartal mit dem Beginn der kommerziellen CA-1-Auslieferungen.

 

 

  • Finanziell hat Circus 2025 ebenfalls deutlich an Spielraum gewonnen. Zwei Kapitalerhöhungen brachten insgesamt 48,2 Millionen Euro brutto ein. Zum Jahresende verfügte das Unternehmen über rund 21,46 Millionen Euro liquide Mittel.

 

  • Gleichzeitig wird das Geschäftsmodell breiter. CircusOS, FullyAI, Circus Defence sowie die Übernahmen von K-Robotics und Alberts erweitern die technologische und geografische Basis.

 

  • Die wichtigste Aufgabe bleibt jedoch die wirtschaftliche Skalierung. Im Juli 2026 reduzierte Circus die Umsatzprognose für das laufende Geschäftsjahr deutlich und verschob einen Teil der geplanten Systemeinführungen auf 2027. Der Fokus liegt nun stärker auf den sogenannten Unit Economics – also darauf, wie wirtschaftlich jedes einzelne System installiert und betrieben werden kann.

2025 war das Jahr, in dem Circus in den Markt ging

Wer den Umsatz 2025 isoliert betrachtet, sieht nur einen Teil der Entwicklung. Mit 1,56 Millionen Euro befindet sich Circus wirtschaftlich noch in einer frühen Phase. Entscheidend ist allerdings, wann diese Umsätze entstanden sind. Die Serienproduktion des CA-1 begann erst im August 2025.

Im September folgte der erste kommerzielle Einsatz bei Meta in Deutschland, weitere Systeme wurden im vierten Quartal bei REWE integriert. Von den Umsätzen des Jahres entfielen 1,325 Millionen Euro auf CA-1-Systeme. Weitere 209.000 Euro wurden mit Komponenten und Teilen im Zusammenhang mit der Produktion erzielt.

Damit entstand erstmals ein messbares Produktgeschäft, das mit einer wachsenden installierten Basis deutlich an Bedeutung gewinnen kann. Für Circus ist dieser Punkt wichtiger als die absolute Umsatzgröße. Ein Technologieunternehmen kann jahrelang an einer funktionierenden Lösung arbeiten.

Erst wenn Kunden bereit sind, diese Technologie in ihrem realen Betrieb einzusetzen, verändert sich die wirtschaftliche Perspektive. 2025 war für Circus genau dieses Übergangsjahr.

Aus Serienproduktion wird schrittweise Industrialisierung

Besonders interessant ist deshalb der Blick auf die Produktionsseite. Gemeinsam mit Celestica hat Circus die Fertigung des CA-1 2026 weiter industrialisiert. Im ersten Quartal wurde die Produktionsfläche um 60 Prozent erweitert. Gleichzeitig sank die Fertigungszeit eines Systems von rund acht auf etwa vier Wochen. Das sind für die weitere Entwicklung wichtige Kennzahlen.

Eine halbierte Fertigungszeit bedeutet nicht automatisch, dass sich auch Installation, Service und Kundenintegration im gleichen Tempo verbessern. Sie zeigt aber, dass auf der Produktionsseite bereits konkrete Skaleneffekte erreicht wurden.

Circus geht noch einen Schritt weiter. Mit Prozessoptimierungen und Mehrschichtbetrieb soll der bestehende Standort perspektivisch eine jährliche Kapazität von bis zu 1.000 Systemen ermöglichen, ohne dass dafür erhebliche zusätzliche Infrastrukturinvestitionen erforderlich wären.

Damit verschiebt sich die industrielle Frage. Es geht zunehmend nicht mehr darum, ob Circus einzelne Roboter bauen kann. Es geht darum, wie schnell und zu welchen Kosten eine größere Flotte entstehen kann.

Der CA-1 ist nur der sichtbare Teil des Geschäftsmodells

Wer Circus ausschließlich als Hersteller eines Kochroboters betrachtet, greift inzwischen zu kurz. Der CA-1 bleibt das sichtbarste Produkt, doch wirtschaftlich könnte langfristig die Softwareebene dahinter mindestens ebenso wichtig werden.

CircusOS verbindet die Robotersysteme mit Warenwirtschaft, ERP, Kassensystemen, Wartung, Hygieneprozessen und Nachfrageplanung. Ende 2025 umfasste die Plattform nach Angaben des Unternehmens bereits mehr als 20 Software- und KI-Dienste. Dadurch unterscheidet sich das Modell zunehmend vom klassischen Maschinenbau.

Beim Verkauf einer Maschine entsteht ein wesentlicher Teil des Umsatzes einmalig. Eine vernetzte Robotikplattform kann dagegen zusätzliche wiederkehrende Erlöse aus Software, KI-Diensten, Wartung, Lizenzen und Services ermöglichen. Je größer die installierte Basis wird, desto interessanter wird dieser Effekt.

Ein zusätzlicher Roboter verursacht nicht zwangsläufig im gleichen Umfang zusätzliche Softwareentwicklung. Die Plattform kann auf einer größeren Zahl von Systemen genutzt werden, während neue Daten wiederum dazu beitragen können, bestehende Funktionen weiterzuentwickeln.

Genau darin liegt die langfristige Perspektive: Die Hardware bringt Circus zum Kunden. Software, Daten und Services können anschließend dafür sorgen, dass die Kundenbeziehung wirtschaftlich weit über den ursprünglichen Verkauf hinausreicht.

Künstliche Intelligenz wird zum verbindenden Element

Mit FullyAI hat Circus zusätzliche KI-Kompetenz in das Unternehmen geholt. Die Technologie soll Systeme zunehmend in die Lage versetzen, Entscheidungen selbstständig zu treffen und auf Veränderungen im laufenden Betrieb zu reagieren.

Die eigenen KI-Modelle basieren nach Unternehmensangaben inzwischen auf mehr als 70.000 Betriebsstunden. Eingesetzt werden sie unter anderem für Nachfrageprognosen, Bestandsoptimierung, kulinarische Prozesse und die Reduzierung von Lebensmittelabfällen. Das ist für Circus mehr als ein technisches Zusatzmodul.

Je mehr Systeme im Einsatz sind, desto größer wird potenziell die Datenbasis. Daraus kann ein Kreislauf entstehen: Mehr Systeme liefern mehr Betriebsdaten, diese Daten verbessern die Modelle und bessere Modelle können wiederum auf der gesamten Flotte eingesetzt werden.

Ob daraus langfristig ein nachhaltiger technologischer Vorsprung entsteht, wird sich mit wachsender installierter Basis zeigen. Der Ansatz ist nachvollziehbar. Circus versucht nicht nur, einzelne Maschinen intelligenter zu machen, sondern die gesamte Robotikflotte als lernendes System zu entwickeln.

Meta und REWE liefern wertvolle Praxiserfahrung

Dass Unternehmen wie Meta und REWE zu den frühen Kunden gehören, ist deshalb mehr als eine Frage prominenter Referenzen. Beide Unternehmen stellen Circus vor unterschiedliche reale Anforderungen.

Bei Meta wurde der CA-1 in eine bestehende Unternehmensinfrastruktur integriert. Bei REWE geht der Ansatz noch weiter, weil die Systeme an Warenwirtschaft und Kassensysteme angeschlossen wurden. Gerade darin liegt der Wert solcher Einsätze.

Ein Roboter, der unter kontrollierten Bedingungen funktioniert, ist technologisch interessant. Ein System, das täglich in einem laufenden Unternehmen arbeitet, mit bestehender IT kommuniziert und zuverlässig verfügbar sein muss, liefert Erfahrungen, die sich im Labor kaum simulieren lassen.

Für Circus entstehen daraus nicht nur Referenzen, sondern reale Daten über Installation, Betrieb, Service und Nutzerverhalten. Diese Erfahrungen sind wichtig, wenn aus einzelnen Installationen später ein reproduzierbarer Rollout werden soll.

Circus Defence erweitert den adressierbaren Markt

Parallel zur zivilen Food-Robotik hat Circus ein zweites Geschäftsfeld aufgebaut. Mit Circus Defence entstand eine eigene Gesellschaft für militärische Anwendungen. Im Mittelpunkt steht der CA-M, ein mobiles und containerbasiertes autonomes Versorgungssystem.

Im Verteidigungsbereich ist Circus inzwischen über die Entwicklungs- und Kooperationsphase hinaus. Im ersten Quartal 2026 wurde die Technologie erstmals an einem gesicherten Standort der Bundeswehr integriert. Seit Juli läuft zudem ein operativer Einsatz mit ukrainischen Bodentruppen im Raum Kiew.

Autonome Versorgung ist nicht nur in Supermärkten, Kantinen oder Unternehmensstandorten relevant. Überall dort, wo Personal knapp, Logistik aufwendig oder Versorgung unter schwierigen Bedingungen notwendig ist, können autonome Systeme zusätzliche Einsatzmöglichkeiten finden.

Circus entwickelt sich dadurch zunehmend zu einem Dual-Use-Technologieunternehmen. Die Gemeinsamkeit zwischen ziviler und militärischer Anwendung liegt weniger im konkreten Endprodukt als in der zugrunde liegenden Technologie: autonome Prozesse, Robotik, künstliche Intelligenz, Versorgung und Logistik. Diese technologische Überschneidung macht den Defence-Bereich strategisch interessant.

Das Portfolio wird breiter

Auch durch Übernahmen baut Circus die Plattform weiter aus. Mit K-Robotics wurde der Zugang zum US-Markt und zu zusätzlichen Robotiktechnologien erweitert. Im Juli 2026 schloss Circus zudem die vollständige Übernahme des belgischen Food-Robotik-Unternehmens Alberts ab.

Alberts ergänzt das Portfolio um kompaktere Robotiklösungen und verfügt bereits über kommerzielle Präsenz in mehreren europäischen Ländern. Die Technologie wurde unter anderem bei Unternehmen wie Danone, Decathlon und Sodexo eingesetzt. Damit wird das Geschäftsmodell breiter, ohne dass die technologische Grundidee aufgegeben werden muss.

Wenn unterschiedliche Systeme über dieselbe KI- und Softwareplattform betrieben werden können, muss Circus nicht für jedes neue Produkt ein völlig neues digitales Ökosystem entwickeln. Langfristig könnte deshalb weniger ein einzelnes Robotermodell den Wert der Plattform bestimmen, sondern die Fähigkeit, unterschiedliche autonome Systeme über eine gemeinsame Infrastruktur zu steuern.

Die Bilanz schafft Spielraum für den nächsten Schritt

Der Aufbau einer solchen Plattform ist teuer. Circus hat sich dafür 2025 einen deutlich größeren finanziellen Spielraum verschafft.

Zwei Kapitalerhöhungen brachten insgesamt 48,2 Millionen Euro brutto ein. Zum Jahresende lagen die liquiden Mittel bei rund 21,46 Millionen Euro. Das Eigenkapital stieg laut Geschäftsbericht auf rund 34,7 Millionen Euro und damit erheblich gegenüber dem Vorjahr.

Damit verfügt Circus über eine wesentlich stärkere finanzielle Ausgangsbasis für Produktentwicklung, Produktion und internationale Expansion.

Die andere Seite gehört allerdings ebenso zur Einordnung. Das bereinigte EBITDA lag 2025 bei minus 15,54 Millionen Euro, das HGB-EBITDA bei minus 18,8 Millionen Euro. Unter dem Strich entstand ein Jahresfehlbetrag von 21,77 Millionen Euro.

Für ein Unternehmen in dieser Phase sind hohe Vorleistungen nicht ungewöhnlich. Entscheidend wird sein, wie schnell Umsatz und wiederkehrende Erlöse künftig stärker wachsen als die Kostenbasis. Genau dort beginnt die nächste Bewährungsprobe.

Die Prognosekorrektur verändert den Fokus

Im Juli 2026 hat Circus seine Erwartungen für das laufende Geschäftsjahr deutlich zurückgenommen. Statt der zuvor erwarteten 44 bis 55 Millionen Euro Umsatz rechnet das Unternehmen inzwischen mit rund 5,2 Millionen Euro. Die EBITDA-Prognose wurde von zuvor minus sechs bis acht Millionen Euro auf rund minus 17 Millionen Euro angepasst.

Die Größenordnung dieser Korrektur sollte nicht kleingeredet werden. Interessant ist allerdings, was hinter der Entscheidung steht:

Circus verschiebt einen Teil der ursprünglich für die zweite Jahreshälfte 2026 vorgesehenen Systemeinführungen auf 2027. Nach Angaben des Unternehmens haben Onboarding, Integration und laufender Service bislang noch nicht in dem Umfang skaliert, der für die geplanten Unit Economics notwendig gewesen wäre.

Damit verschiebt sich zumindest kurzfristig die Priorität: weniger Geschwindigkeit beim Rollout, dafür mehr Aufmerksamkeit für die Wirtschaftlichkeit jedes einzelnen Systems. Das ist für ein junges Robotikunternehmen kein unbedeutender Kurswechsel.

Denn eine schnell wachsende installierte Basis hilft wenig, wenn jede zusätzliche Installation dauerhaft hohe Kosten verursacht. Langfristig entscheidet nicht die Stückzahl allein, sondern das Verhältnis zwischen Umsatz, Installationsaufwand, Servicekosten und wiederkehrenden Erlösen.

Die entscheidende Kennzahl heißt deshalb nicht „Anzahl der Roboter“

Circus hat angekündigt, bis Ende 2026 mehr als 50 autonome Systeme in neun Ländern im Einsatz haben zu wollen. Die Zahl zeigt die internationale Reichweite, ist für die wirtschaftliche Bewertung aber nur ein Teil des Bildes.

Wichtiger ist, was jedes einzelne System wirtschaftlich leistet.

Wie lange dauert eine Installation? Wie hoch ist der Serviceaufwand? Wie schnell lassen sich Produktionskosten senken? Welche Margen entstehen pro System? Und welcher Anteil der Erlöse kommt langfristig aus Software, künstlicher Intelligenz, Wartung und weiteren Services?

Auf der Produktionsseite gibt es bereits Fortschritte. Die Fertigungszeit des CA-1 wurde halbiert, zudem sind die Produktionskosten nach Unternehmensangaben gegenüber dem Vorjahr um mehr als 25 Prozent gesunken. Die nächste Aufgabe besteht darin, ähnliche Effizienzgewinne auch bei Installation, Integration und laufendem Betrieb zu erzielen.

Die Hauptversammlung gibt dem Management Rückhalt

Auch die Aktionäre tragen den eingeschlagenen Kurs bislang mit. Bei der virtuellen Hauptversammlung am 20. August 2026 erhielten sämtliche elf Beschlussvorschläge Zustimmungsquoten zwischen 97,78 und 99,37 Prozent. Rund 49 Prozent des Grundkapitals waren vertreten. Das ersetzt keinen wirtschaftlichen Leistungsnachweis, zeigt aber eine breite Unterstützung der Strategie unter den vertretenen Aktionären.

Mit Jürgen Thamm zieht zudem ein Manager mit langjähriger Erfahrung in großskaligen Foodservice-Strukturen in den Verwaltungsrat ein. Der ehemalige Regional Director Continental Europe der Compass Group wurde mit 98,35 Prozent der Stimmen gewählt. Seine operative Erfahrung ist besonders für die Aufgabe relevant, standardisierte Prozesse und internationale Rollouts bei Circus weiterzuentwickeln.

Für Circus dürften die nächsten Quartale deshalb weniger von einzelnen spektakulären Produktankündigungen geprägt sein als von operativen Kennzahlen. Produktionszeiten, Installationsaufwand, Servicekosten, wiederkehrende Softwareerlöse und Umsatz je installiertem System werden zunehmend darüber entscheiden, wie der Markt die Entwicklung bewertet.

Aus Technologie wird zunehmend ein operatives Unternehmen

Der Geschäftsbericht 2025 macht sichtbar, wie stark sich Circus innerhalb eines Jahres verändert hat.

Das Unternehmen verfügt inzwischen über die vierte Generation des CA-1, eine laufende Serienproduktion, CircusOS, eigene KI-Modelle, die FullyAI-Technologie und ein Patentportfolio von nahezu 40 internationalen Schutzrechten. Ende 2025 beschäftigte Circus 87 Mitarbeiter aus mehr als 20 Nationen.

Hinzu kommen reale Kundeninstallationen, ein wachsender Defence-Bereich, eine breitere Produktpalette und eine deutlich stärkere finanzielle Basis.

Damit ist Circus heute wesentlich weiter als noch in der reinen Entwicklungsphase. Die Technologie ist inzwischen in realen Einsatzumgebungen angekommen, Produktionsstrukturen wurden aufgebaut und CircusOS entwickelt sich zunehmend zur verbindenden Softwareebene. Gleichzeitig erschließt Circus internationale Märkte und erweitert die Einsatzmöglichkeiten seiner Robotik über die ursprüngliche Food-Automatisierung hinaus.

Der nächste Schritt ist damit klar definiert: Aus diesen technologischen und industriellen Voraussetzungen muss ein Geschäft entstehen, das sich reproduzierbar und zunehmend wirtschaftlich skalieren lässt.

Unser Fazit zu Circus Group

Circus steht 2026 an einem Punkt, den viele Deep-Tech-Unternehmen nie erreichen: Die Technologie hat den Weg aus der Entwicklung in reale Betriebsumgebungen geschafft. Jetzt beginnt die wirtschaftlich schwierigere Phase.

Circus muss zeigen, dass sich Produktion, Installation, Betrieb und Service so standardisieren lassen, dass jeder zusätzliche Roboter das Geschäftsmodell stärker macht, statt lediglich zusätzliche Komplexität zu erzeugen.

Mehrere Entwicklungen sprechen dafür, dass daran bereits konkret gearbeitet wird. Die Fertigungszeit des CA-1 wurde deutlich reduziert, Produktionskapazitäten wurden ausgebaut, CircusOS entwickelt sich zur gemeinsamen Softwareebene und mit Defence sowie Alberts entstehen zusätzliche Einsatzfelder.

Die Prognosekorrektur im Sommer 2026 zeigt gleichzeitig, dass der Weg nicht geradlinig verläuft. Gerade deshalb ist die stärkere Konzentration auf Unit Economics nachvollziehbar. Ein langsamerer Rollout kann langfristig sinnvoller sein, wenn dadurch Installation, Betrieb und Service wirtschaftlich belastbarer werden.

Am Ende wird nicht allein die Zahl der ausgelieferten Roboter darüber entscheiden, wie erfolgreich Circus wird. Entscheidend ist, wie effizient jedes zusätzliche System betrieben werden kann und wie stark die wiederkehrenden Erlöse aus Software, KI und Services mit der installierten Flotte wachsen.

Gelingt dieser Übergang, kann aus Circus mehr werden als ein Hersteller autonomer Food-Robotik. Dann entsteht eine Plattform für autonome Versorgung, die in Unternehmen, Handel, Infrastruktur und Verteidigung eingesetzt werden kann.

Der Geschäftsbericht 2025 zeigt, dass viele technologische, industrielle und finanzielle Voraussetzungen dafür geschaffen wurden.

2026 und 2027 werden nun zeigen, wie effizient Circus diese Basis in wachsendes und zunehmend wirtschaftliches Geschäft übersetzen kann.

Mehr zur Circus SE, Aktie und Unternehmensentwicklung finden Sie im ausführlichen SQUAREVEST-Unternehmensprofil.